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Brennesseln sind kein Unkraut !
Interessantes über eine wiederentdeckte Pflanze. Mehr Details...
 
Grüner Saft gibt den Pflanzen Kraft !  
Alwin Seifert verrät, wie aus Pflanzen wertvolle - organische Dünger entstehen. Ganzheitlich düngen aus Liebe zu Ihrem Garten. Mehr Details...

Rezepte für Jauchen...

DER ÖKO-TIPP
Pflanzensaft gibt Pflanzen Kraft:

Wer es mit seinen Gartengewächsen gut meint, verwöhnt und düngt sie mit Pflanzenjauchen. Sie gehören neben dem Kompost zu den besten Düngern, ausserdem sind sie leicht und kostengünstig herzustellen. Da sie selbst aus Pflanzen entstanden sind, enthalten sie alle wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente in einem ausgewogenen Verhältnis wie unsere Gartenpflanzen sie benötigen.
Kein noch so gut berechneter, industriell hergestellter Dünger reicht an diese von der Natur vorgegebene Mischung heran. Die Nährstoffe in Jauchen sind leichter zugänglich als im Kompost und wirken deshalb schneller. Kompost gibt seine Nährstoffe erst frei, nachdem Bodenbakterien sie aus dem Humus herausgelöst haben. Deshalb ergänzen sich Kompost und Jauchen in einem naturgemässen Garten hervorragend.
  

Zubereiten der Jauche / Faustregel
Die Pflanzenjauche wird stets mit kaltem Wasser angesetzt. Diese kann aus frischen oder getrockneten Kräutern hergestellt werden:

10 Liter Wasser
1 kg frische Pflanzen
oder
100 - 200 g getrocknete Pflanzen

Sind in den Rezepten keine anderen Angaben gemacht, verfährt man wie folgt:
Schichten Sie grob zerkleinerte, frische Pflanzen locker in ein Gefäss, bis es dreiviertel voll ist. Füllen Sie anschliessend mit Wasser - Regenwasser wäre am besten - bis etwas 10 - 15 cm unter dem Rand auf. Wenn man wirklich locker schichtet, entspricht das in etwa dem Richtmass 1 kg / 10 l Wasser. Getrocknete Pflanzen muss man wiegen. Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Jauche zu gären. Im Sommer ist sie meist nach 14 Tagen fertig, bei kühler Witterung dauert es manchmal etwas länger. Rühren Sie die Jauche täglich zwei- bis dreimal kräftig durch. Dies fördert die Gärung und bringt Sauerstoff in die blubbernde Masse.
Tipp: Es ist schon viel ausprobiert worden, um den lästigen Geruch zu binden, der bei der Gärung entsteht. Rührt man Steinmehl in die Brühe ein, mildert sich der Geruch etwas. Besser wirkt es, wenn man die Jauche mit Humofix versetzt (Den Inhalt eines Beutels in 1 l Wasser einrühren, 24 Stunden stehen lassen; von dieser Lösung 2 El in die Jauche geben). Am besten helfen Steinmehl und Humofix. Man feuchtet etwas Steinmehl mit zwei Esslöffeln Humofix-Lösung an und rührt den Brei in die Jauche ein. Wer die Humofix-Kräuter (Brennnessel, Löwenzahn, Schafgarbe, Baldrian, Kamille und Eichenrinde) selbst sammelt, kann diese auch frisch zerkleinern, fest zusammengepresst in ein Leinentuch binden und das Säckchen in die Jauche hängen. Auf diese Weise verschwindet sogar der sehr starke Geruch einer Fäkaliengrube nach kurzer Zeit.
 
Wie lange hält die Jauche ?
Die reife Jauche hält lange, ohne Ihre Düngekraft zu verlieren. Jauche-Reste dürfen daher ohne weiteres den Winter im Garten verbringen. Selbst wenn die Jauche einfriert und auftaut, kann man sie zum Angiessen der Setzlinge verwenden. Dies ist sinnvoll, weil im Frühjahr, gerade dann wenn wir die Jauche brauchen, noch keine frischen Brennnesseln und anderen Pflanzen zur Verfügung stehen.
Düngen mit Jauche
Wir düngen unsere Gemüsesorten alle zwei Wochen mit Pflanzen-Jauche (1:20). Vier Wochen vor der Ernte muss man das Düngen einstellen. Kräuter enthalten lediglich im Frühjahr einen Düngerguss als Starthilfe, Obstbäume und Beerensträucher im Frühjahr und Herbst eine großzügig bemessenen Schluck im äusseren Wurzelbereich.
Ausgebracht wird Pflanzen-Jauche immer bei bedecktem Himmel, morgens oder abends. Man gießt den Boden um die Pflanzen ( ohne Brause!). Die Pflanzen dürfen mit der scharfen Brühe nicht benetzt werden. Wir verdünnen die Jauchen stets 1:20, manche verwenden stärker konzentrierte Jauche von 1:10. Dies ist sinnvoll, wenn der Boden nass ist oder wenn man noch kurz vor einen Regenguss düngt.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, düngt schwach konzentriert, denn zuviel Jauche schadet mehr (vor allem bei trockenem Boden). Aber Sie werden nach einiger Zeit sicherlich selbst Ihr Gefühl dafür entwickeln, welche Konzentrationen am günstigsten sind, und welche Jauchen am besten zu mischen sind. Wir wünschen dem experimentierfreudigen Gärtner viel Erfolg und gut Wuchs !